Foto: Norbert Bach

Studierendenprojekt für Rollstuhlfahrer ausgezeichnet

Das zweite Jahr in Folge waren Studierendeninitiativen der Uni Mannheim aufgerufen, sich mit sozialen Projekten beim „Social Project Contest“ der Fakultät BWL zu bewerben. Das Projekt „Clothing the Gap“ der Initiative Enactus Mannheim, das Rollstuhlfahrern passende Beinkleidung ermöglichen will, konnte überzeugen und erhält eine Anschubfinanzierung von 1.010 Euro.

Große Freude bei der Studierendeninitiative Enactus Mannheim: ihr Projekt „Clothing the Gap“, mit dem sie Hosen speziell für Rollstuhlfahrer herstellen und verkaufen möchten, konnte überzeugen und wurde als Gewinnerprojekt des „Social Project Contest“ der Fakultät BWL der Uni Mannheim ausgewählt.

„Der Projektname 'Clothing the Gap' spielt auf die vorhandene Marktlücke an: passende, bezahlbare und gleichzeitig modische Hosen sind für Menschen mit Behinderung, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, leider Mangelware.“ Pauline Machtolf, Projektleiterin von „Clothing the Gap“ und Studentin der Wirtschaftspädagogik, weiß wovon sie spricht: seit einem Sportunfall ist ihre beste Freundin querschnittsgelähmt und Pauline hat sich intensiv mit den täglichen Herausforderungen gehandicapter Menschen beschäftigt.

Spezielle Hosen für Rollstuhlfahrer Mangelware

Zusammen mit weiteren Enactus-Mitgliedern begann sie vor einem Jahr aktiv zu werden. Die Gruppe fand heraus, dass Hosen für Rollstuhlfahrer andere Bedingungen erfüllen müssen als Durchschnittsjeans: sie müssen bequem geschnitten sein ohne Gesäßtaschen, einen Bund haben der auch im Sitzen am Rücken hoch genug abschließt, längere Hosenbeine haben, denn auch diese rutschen im Sitzen nach oben, einen Magnetverschluss, falls der Träger Probleme mit der Feinmotorik und dem Zuknöpfen hat und sie sollten auch Schlaufen besitzen, die beim Hochziehen der Hose helfen. Das Angebot an solch passgerechter Kleidung ist sehr begrenzt und überteuert, die meisten Modelle kosten durchschnittlich zwischen 100 und 120 Euro. Oft sind Rollstuhlfahrer gezwungen, auf Jogginghosen zurückzugreifen, was viele als entwürdigend empfinden.

Start-up produziert Hose

An diesem Punkt setzt „Clothing the Gap“ an: die Gruppe will eine bequeme und bezahlbare Hose zu produzieren. Vorerst wird es ein Modell in Denimblau für Frauen geben, weitere Modelle und Farben sind aber geplant. Ein Mode-Startup aus Karlsruhe und eine Modedesignerin aus Passau werden die Hose designen und dann in Serie produzieren. Da kommt die Spende des „Social Project Contest“ gerade recht: mit ihr kann der Prototyp der Hose weiter optimiert werden. Im Herbst soll eine weitere Crowdfunding-Kampagne starten und spätestens zur Weihnachtszeit will „Clothing the Gap“ die ersten Hosen online verkaufen.

Mehr zu „Clothing the Gap“.

Zum Social Project Contest:

Im Juni diesen Jahres war die Fakultät BWL der Uni Mannheim wieder auf der Suche nach Projekten von Studierendeninitiativen, die Lösungen für soziale Probleme entwickeln wollen und denen es an Startkapital fehlt. Dem Gewinnerprojekt werden die Einnahmen aus dem Verkauf des Absolventenweins gespendet, der bei der jährlichen Bachelor-Absolventenfeier der Fakultät verkauft wird. Der Betrag wird zudem von der Mannheim Business School gGmbH verdoppelt. Dieses Jahr beträgt der Spendenbetrag 1010 Euro. „Der Social Project Contest beweist, wie viel Potential in den Studierenden der Uni Mannheim steckt. Auch dieses Jahr haben wir tolle Bewerbungen von Projekten erhalten, die alle eine Förderung verdient haben. Die Auswahl fiel uns nicht leicht, doch mit „Clothing the Gap“  fördern wir ein wichtiges und einzigartiges Projekt, “ erklärt Dr. Ingo Bayer, Geschäftsführer der Fakultät BWL der Uni Mannheim.

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