Aktuelle Projekte

“One size does not fit all- an investigation of the effectiveness of inclusive and skills-based employee volunteering programs”

Viele große Unternehmen haben Corporate Volunteering-Programme implementiert und bieten somit ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit sich während ihrer regulären Arbeits­zeit für soziale Zwecke freiwillig zu engagieren. Bestehende Forschung hat gezeigt, dass „Employee Volunteering“, also das freiwillige Engagement von Mitarbeitenden, nicht nur auf die Mitarbeitenden selbst, sondern auch auf das Unternehmen eine positive Auswirkung zeigt, da es die Motivation und den Arbeits­einsatz der Mitarbeitenden stärkt. Forschung zeigt auch, dass Corporate Volunteering-Programme verschiedene Formen annehmen können, einschließlich „inclusive“ (also integrativen) und „skills-based“ (also kompetenz­orientierten) Programmen. Letzteres erfordert spezifische arbeits­bezogene Fähigkeiten für die Freiwilligenarbeit. Jedoch gibt es gute Gründe zu glauben, dass ein Programmtyp nicht zu allen Mitarbeitenden oder Kontexten passt. Trotz all dieser Forschung haben noch keine vorherigen Studien versucht dieses Thema empirisch zu erforschen. Wir beabsichtigen die Frage, ob verschiedene Formen von Employee Volunteering-Programmen zu unterschiedlichen Vorteilen für die sich engagierenden Mitarbeitenden selbst und auch für das Unternehmen führen, zu beantworten.

“Is Sharing up for Sale? A Field-Experimental Study on the Erosion of Social Norms of Sharing through Market-Pricing Business Models of the Sharing Economy”

Die sogenannte “Sharing Economy”, das heißt die geteilte Nutzung von Ressourcen, wächst immer schneller. Interessanterweise sind die Geschäfts­modelle innerhalb der Sharing Economy alles andere als homogen, sondern decken einen Austausch ab, der von klassischem Handel am Markt mit verhandelten Preisen bis zu einem Austausch reicht, der nicht auf monetäre Bezahlung angewiesen ist. Frühere Forschung hat die Frage vernachlässigt, ob verschiedene Tauschmechanismen in der Sharing Economy zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können. Basierend auf „Social Exchange Theory“ und „Relational Models Theory“ bringen wir die Idee ein, dass der Erfolg von auf Markt­preisen basierenden Geschäfts­modellen in der Sharing Economy hinsichtlich der Motivation der Nutzer zur Teilnahme davon abhängt, ob die Tauschbeziehung als sozialer oder ökonomischer Austausch wahrgenommen wird. Weiterhin schlagen wir vor, dass Handel wie am Markt in der Sharing Economy eine Verdrängung von prosozialem Verhalten des Teilens verursachen könnte. Wir testen unsere Hypothesen in zwei experimentellen Studien (N1=440; N2=60). Die Ergebnisse der Studien unterstützen die entwickelte Theorie und lassen auf wichtige Folgerungen für das Design von Geschäfts­modellen innerhalb der Sharing Economy sowie deren potenziellen gesellschaft­lichen Auswirkungen schließen.

“Partners in Crime? The Impact of Consumers’ Culpability for and Consumer Benefits from Corporate Social Irresponsibility on their Boycott Attitude”

Corporate Social Irresponsibility (CSI), also Verantwortungs­losigkeit von Unternehmen, deckt eine Vielfalt von Missetaten von Steuerhinterziehung bis schlechten Arbeits­bedingungen innerhalb einer Lieferkette ab. Eine typische Reaktion von Konsumenten darauf ist der Boykott. Kürzlich wurden Stimmen lauter, dass nicht nur Unternehmen, sondern auch Konsumenten für CSI beschuldigt werden können, da deren Konsumnachfrage erst dazu führte, dass manche der Ereignisse geschahen. Bis heute hat keinerlei Forschung untersucht, wie Wahrnehmungen der Konsumentenschuld die Einstellung von Konsumenten zum Boykott beeinflusst hat. Diese Studie gibt Einblicke, indem sie ungestützte Erinnerungen an CSI-Vorfälle von Konsumenten (N= 5.662) nutzt und dadurch zu dem Bereich der Unternehmens­schuld, die zum Boykott führt, auch die Konsumentenschuld hinzufügt. Die Studie kategorisiert über 500 einzigartige CSI-Vorfälle von 460 Unternehmen und nutzt eine auf Stakeholdern basierende Typologie von CSI-Fällen. Die Autoren erforschen weitergehend, inwiefern Attributions­prozesse die Einstellung von Konsumenten zum Boykott durch Konsumenten- vs. Unternehmens­schuld beeinflussen. Auch wird gezeigt, wie CSI-Typen, die potenziellen Nutzen für Konsumenten haben (z.B. günstige Preise aufgrund von schlechten Arbeits­bedingungen) auf das Boykottverhalten wirken.

“Listen to the Voice of the Customer - First Steps towards Stakeholder Democracy”

Kürzlich wurden Stimmen nach stärkerer Stakeholder-Demokratie und mehr Berechtigungen lauter, besonders in dem Bereich von CSR-Aktivitäten. Trotz der Relevanz des Themas stellt die Wirkung von Kunden­beteiligung an CSR-Aktivitäten auf die Einstellung und das Verhalten der Kunden zum Unternehmen eine wesentliche Forschungs­lücke dar. Der vorliegende Artikel entwickelt ein Rahmenkonzept zur Kunden­einbindung bei CSR-Aktivitäten basierend auf Theorien aus dem Bereich der Stakeholder-Demokratie und Grenzen der Organisation. Auch qualitative Interviews mit Fokusgruppen werden genutzt. Das Rahmenkonzept wird in einem groß angelegten, zwei Mal durchgeführten Feldexperiment (N=3.397) getestet. Insbesondere werden Kunden­reaktionen auf drei verschiedene Abstufungen der Kunden­beteiligung (Information, Feedback, Einbindung basierend auf Morsing und Schultz 2006) in zwei verschiedenen CSR-Bereichen (Geschäftsprozess vs. philanthropische CSR) getestet. Die Ergebnisse deuten an, dass eine Kunden­beteiligung an CSR-Aktivitäten einen positiven Effekt hinsichtlich der Identifikations­stärkung der Kunden mit dem Unternehmen hat. Dies gilt auch für die Loyalität der Kunden in Bereichen, die eine unmittelbare Auswirkung auf externe Stakeholder des Unternehmens haben (z.B. philanthropische CSR). Jedoch ist dieser Effekt negativ für CSR-Bereiche, die vor allem unternehmens­interne Stakeholder betreffen (z.B. CSR von Geschäftsprozessen).