DE / EN

Foto: Andreas Bayerl

Austausch zwischen Management Analytics Center und VW-Vorständen zu Process Mining im Procurement

In einem interdisziplinären Projekt des Management Analytics Center erforschen Prof. Bode, Prof. Hoehle und Prof. Rehse die Anwendung von neuartigen Process-Mining-Technologien im Einkauf. Nun hatten sie die Gelegenheit, die ersten Ergebnisse des Projekts sowie mögliche Anknüpfungs­punkte in der Automobilindustrie mit einer Gruppe von hochrangige Managern aus dem VW-Konzern zu diskutieren.

Anlass war das von Prof. Bode organisierte akademische Speed-Dating zum Thema „Analytics“. Dort hatte zunächst Prof. Hoehle die Gelegenheit, das Management Analytics Center vorzustellen. Im Anschluss stellte Prof. Rehse die Einzelheiten des Projekts vor und diskutierte die möglichen Anwendungs­bereiche und Kooperations­möglichkeiten. Die Ergebnisse stießen auf breites Interesse und ein weiterer Austausch mit den Process-Mining-Verantwortlichen des Gesamtkonzerns zu konkreten nächsten Schritten ist bereits in Planung.

Beschaffungs­prozesse, wie etwas Purchase-to-Pay (P2P), sind für Unternehmen von zentraler Bedeutung. Probleme und Ineffizienzen in diesen Prozessen können nicht nur Verzögerungen in der Produktion verursachen, sondern auch zu erheblichen Mehrkosten führen. Allerdings sind diese Prozesse insbesondere auf der operativen Ebene wenig erforscht, d.h., man weiß nicht, welche Probleme in der konkreten Durchführung der Prozesse auftreten, woher diese stammen, und wie man sie ggf. verhindern kann. 

Um dieser Frage nachzugehen, untersucht ein interdisziplinäres Forschungs­team aus Process-Mining- und Procurement-Experten, wie sich Methoden des Process Minings, d.h., der Analyse von Prozessausführungs­daten, anwenden lassen, um Ineffizienzen in Beschaffungs­prozessen zu identifizieren, zu messen, zu erklären und idealerweise zu beheben. Dazu werden aktuell Daten von P2P-Prozessen von vier großen Industrie­unternehmen analysiert und auf gemeinsame Muster untersucht. Auf Basis dieser Untersuchungen werden neue Kennzahlen (KPIs) erarbeitet, welche die Ineffizienz eines P2P-Prozesses präzise quantifizieren. Diese KPIs können nun genutzt werden, um beispielsweise zeitliche Muster bei der Prozessineffizienz zu erkennen oder den Einfluss eines externen Einflusses, wie etwa der Corona-Pandemie, auf die Beschaffungs­prozesse zu verdeutlichen.

Das Projekt unter der Leitung von Prof. Bode, Prof. Hoehle und Prof. Rehse ist am Management Analytics Center angesiedelt. Durch die Kombination von
Methoden- und Domänenwissen sowie die enge Einbindung der Anwendungs­partner entstehen neue wissenschaft­liche Er­kenntnisse sowohl im Operations- als auch im Information-Systems-Bereich. Darüber hinaus zeigt sich ein konkreter Mehrwert der Forschungs­arbeiten für die beteiligten Unternehmen, die ebenfalls Mitglieder des Partnervereins sind. In Zukunft sollen neben der Messung von Ineffizienzen auch beispielsweise Compliance-Fragen oder lokale Unterschiede zwischen Prozessen betrachtet werden.

Zurück