Zum Verständnis der digitalen Transformation im öffentlichen Sektor: Organisationale und bürgerbezogene Perspektiven
Diese kumulative Dissertation untersucht zentrale organisationale Herausforderungen der digitalen Verwaltung, indem sie analysiert, wie digitale Transformation innerhalb öffentlicher Organisationen gestaltet wird und wie sie in Interaktionen zwischen Staat und Bürgerinnen und Bürgern wahrgenommen wird. Sie vereint mehrere komplementäre Studien, die digitale Verwaltung sowohl aus der Sicht öffentlicher Organisationen als auch aus bürgerorientierter Perspektive beleuchten. Auf organisationaler Ebene untersucht die Arbeit, wie Kommunen digitale Transformation interpretieren und abstrakte Reformprogramme in konkrete Handlungsansätze übersetzen. Auf Grundlage eines qualitativen Forschungsdesigns wird gezeigt, wie Verwaltungen strategische Narrative zur digitalen Transformation entwickeln, die Probleme framen, Verantwortlichkeiten zuweisen und Veränderungsprozesse legitimieren. Auf Ebene der Bürgerinnen und Bürger greift die Dissertation auf ein Survey-Experiment zurück, um zu analysieren, wie Digitalisierung, insbesondere der Einsatz algorithmischer Entscheidungsverfahren, die Bewertung öffentlicher E-Services beeinflusst. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Wahrnehmungen von Servicequalität und organisationaler Legitimität primär durch konkrete Gestaltungsmerkmale und die Leistungsfähigkeit von Services geprägt sind und weniger durch die Art der Entscheidungsfindung selbst. Insgesamt leistet die Dissertation einen Beitrag zu einem differenzierteren Verständnis digitaler Verwaltung, indem sie zeigt, dass sowohl die Umsetzung als auch die Wirkungen digitaler Transformation davon abhängen, wie diese interpretiert, kommuniziert und in der Praxis erlebt wird.