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Neue Publikation in Information Systems Research: „Strategic Drivers of Core Expansion on Software Platforms“

André Halckenhäußer, Jens Förderer, Armin Heinzl (alle Universität Mannheim) und Ola Henfridsson (University of Miami, Forida) haben einen Artikel veröffentlicht, der die strategischen Treiber von Kernerweiterungen auf Softwareplattformen unter­sucht: ein Phänomen, bei dem Plattformbetreiber wie Apple Funktionen in das Kern-Betriebs­system integrieren, die zuvor von Drittanbietern angeboten wurden.

Softwareplattformen weisen eine Kern-Peripherie-Struktur auf: Plattformbetreiber stellen ein Kernprodukt (etwa das Betriebs­system iOS) bereit, das externe Entwickler durch komplementäre Software ( z. B. „apps“ wie Whatsapp) erweitern. Diese Struktur schafft starke Anreize zur Kooperation. Dennoch erweitern Plattformfirmen wie Apple regelmäßig ihren Kern – etwa durch die Integration von Taschenlampen-Funktionen („Flashlight“) oder Bildschirmzeit-Tracking in iOS. Die Studie geht der Frage nach, warum Plattformbetreiber in Nischen expandieren, scheinbar auf Kosten ihrer Entwickler, wenn das Öko­system doch von Kooperation lebt?

Die zentralen Er­kenntnisse des Artikels sind:

  • Kern-Erweiterungen stellen eine gezielte Steuerungs­maßnahme in unter­entwickelten Markt­nischen dar. Sie zielen systematisch auf solche Nischen mit geringer Nutzer­zufriedenheit, begrenzter Innovations­aktivität und hoher Markt­konzentration.
  • Die Entscheidung, ob eine Erweiterung als eigenständige App oder als integrierte Kernfunktion erfolgt, ist systematisch mit den spezifischen Merkmalen der jeweiligen Nische verknüpft.

Durch die Verknüpfung von Nischenmerkmalen mit Expansions­strategien bietet die Studie auch praxisnahe Hinweise für die Regulierung und das Management sich entwickelnder Softwareplattformen.

Der Beitrag ist unter diesem Link (open access) verfügbar.

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