„Rosa Finanzen“? Warum Frauen finanz­iell benachteiligt sind

Finanz­ielle Unsicherheit bleibt ein zentrales Problem für Frauen, die im Durchschnitt seltener an Finanz­märkten teilnehmen und größere Schwierigkeiten beim Aufbau von langfristigem Vermögen haben. In den vergangenen Jahren hat dies zur Entstehung von Finanz­beratungs­angeboten speziell für Frauen geführt und wirft sowohl Fragen nach den Ursachen dieser Unter­schiede als auch nach der Wirksamkeit solcher ziel­gruppen­spezifischen Ansätze auf.

Der Artikel „Keine Frau braucht rosa Finanzen“ in ZEIT ONLINE behandelt die finanz­ielle Unsicherheit, mit der Frauen im Vergleich zu Männern insbesondere im Alter konfrontiert sind, und wie dies zur Entstehung von finanz­beratenden Dienstleistungen speziell für Frauen geführt hat. 

Die Autorinnen, Marilena Piesker und Sina Osterholt, betonen die Rolle von Prof. Alexandra Niessen-Ruenzi, Inhaberin des Lehr­stuhls für Allgemeine Betriebs­wirtschafts­lehre und Corporate Governance an der Universität Mannheim, bei der Erforschung geschlechts­spezifischer Unter­schiede an Finanz­märkten.

Der Artikel hebt hervor, dass traditionelle Finanz­werbung Frauen oft ausgeschlossen oder sie in stereotype Rollen gedrängt hat. Die Autorinnen beziehen sich auf Niessen-Ruenzi, die argumentiert, dass Frauen als eigene Kunden­gruppe seit mehr als 50 Jahren übersehen wurden. Infolgedessen nehmen weniger Frauen am Aktien­markt teil, was zu einer geringeren finanz­iellen Absicherung im Ruhestand beiträgt.

Während die Finanz­branche Frauen mittlerweile als unter­versorgte und lukrative Ziel­gruppe erkennt, stellen die Autorinnen die Effektivität von auf Frauen ausgerichteter Finanz­beratung in Frage. Der Artikel diskutiert verschiedene Plattformen und Influencerinnen, die finanz­ielle Ratschläge speziell für Frauen anbieten, oft verbunden mit hohen Kosten. Expertinnen wie Niessen-Ruenzi schlagen vor, dass Finanz­bildung über herkömmliche Kanäle wie Volkshochschulen eine zuverlässige und erschwinglichere Alternative sein könnte.

Frauen sollten sich zudem nicht ausschließlich auf auf Frauen ausgerichtete finanz­ielle Ratschläge verlassen. Stattdessen sollten sie seriöse und zertifizierte Quellen für finanz­ielle Bildung suchen, um dann gut informiert die entsprechenden Beratungs­angebote in Anspruch nehmen zu können. Der Artikel schließt damit ab, wie wichtig finanz­ielle Bildung für Frauen ist und zeigt die langfristigen Folgen traditioneller Geschlechtsnormen in Bezug auf finanz­ielle Entscheidungs­findung auf.

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