Im Ausnahmezustand

Seit mehreren Wochen befinden wir uns in einer Art Ausnahmezustand. Das öffentliche Leben findet zu einem großen Teil nicht mehr statt, und gleich­zeitig hat sich das eigene Leben bei jedem von uns massiv verändert.

Manche dürfen nicht mehr arbeiten, weil die Firma die Produktion einstellen musste – das bedeutet Kurzarbeitergeld oder im schlimmsten Fall gar Jobverlust. Andere MÜSSEN arbeiten, wie etwa Kassiererinnen und Kassierer, und versuchen mit allerlei Maßnahmen sich vor dem Corona-Virus zu schützen. Schlimm trifft es alle, die im Gesundheits­wesen oder in der Pflege tätig sind: anstrengende Arbeit, viel Verantwortung, jede Menge Über­stunden, und das bei einem erhöhten Infektions­risiko.

Die Beschäftigten an der Universität Mannheim haben es da noch vergleich­sweise gut. Im öffentlichen Dienst der Länder gibt es keine Entlassungen und auch keine Kurzarbeit wegen der Corona-Pandemie. Ein Großteil der Beschäftigten ist im Home-Office und versucht unter ungewohnten Bedingungen mit teils unzureichenden Mitteln ihre Arbeit zu machen. Auch bei uns müssen viele immer noch tagtäglich vor Ort präsent sein – sie gelten als „systemrelevant“. Ihre Arbeit ist Voraussetzung dafür, dass andere überhaupt arbeiten können. Oder sie sind gerade in diesen Tagen unverzichtbar wie beispielsweise der Reinigungs­dienst. Eltern von kleinen Kindern müssen in der eigenen Wohnung außer dem Üblichen nun auch den Arbeits­platz, den Spielplatz und den Privat­unter­richt unter­bringen.

Der „shutdown“ der Uni ist zunächst bis 30. April verlängert worden. Aber es ist klar: Früher oder später werden wir einen Weg finden müssen, um schrittweise den normalen Betrieb wieder aufzunehmen – was auch immer das genau heißen mag. Das wird nicht ohne besondere zusätzliche Maßnahmen gehen, damit trotz Buchausleihe, Seminarbetrieb und Büroarbeit der Infektions­schutz gesichert werden kann. An entsprechenden Plänen und Vorbereitungen wird mit Hochdruck gearbeitet.

Und was macht der Personalrat in Zeiten von Corona?
Zunächst einmal sind die meisten Mitglieder des Gremiums Beschäftigte wie alle anderen auch, sie sind also fast ein Spiegelbild der Vielfalt an der Universität. Das Gremium arbeitet aber auch weiterhin gemäß seinen gesetzlichen Aufgaben. Nur unter etwas besonderen Bedingungen, weil keine Live-Sitzungen mit 17 Personen möglich sind. Stattdessen also Video- und Telefonkonferenzen, Mail und Beschlüsse per Umlauf­verfahren.

Daneben sind wir in Kontakt mit der Personalabteilung und der Universitäts­leitung, weil es sehr viel zu überlegen, planen, organisieren und zu entscheiden gibt in kurzer Zeit, und vieles davon unmittelbar Aus­wirkungen auf die Beschäftigten hat. Außerdem beraten wir die Beschäftigten und vermitteln bei Konflikten. Themen sind vor allem die Aus­wirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Infektions­gefahr, aber auch all die anderen Fragen, die es schon vor Corona gab.

In den nächsten Wochen wird eine der wichtigsten Aufgaben für den Personalrat sein, darauf zu achten, dass die Universität die Regeln zum SARS-CoV-2-Arbeits­schutz­standard einhält – in jedem Flur, in jedem Büro. Dabei werden alle Beschäftigten mithelfen müssen!

In diesem Sinne – bleiben Sie gesund!

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