„E-accountability“ bringt Vorteile für Unter­nehmen

Ein neuer Ansatz in der CO2-Bilanzierung schlägt einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise vor, wie Unter­nehmen Emissionen in komplexen Lieferketten messen und steuern. Anstatt sich auf grobe Top-down-Schätzungen zu stützen, würden Unter­nehmen ihre Emissionen auf Basis direkter Daten aus ihren eigenen Geschäfts­prozessen sowie von unmittelbaren Zulieferern berechnen. Dadurch entstehen präzisere und besser nutzbare Klima­informationen.

In einem Artikel des Harvard Business Review erklärt Prof. Reichelstein gemeinsam mit Robert S. Kaplan (Harvard Business School) und Prof. Karthik Ramanna (University of Oxford’s Blavatnik School of Government) wie „e-liability accounting“ dazu beitragen kann, dass Unter­nehmen die CO2 Emissionen ihrer Produkte genauer berechnen.

Bei dem „e-liability accounting“ benötigt jedes Unter­nehmen nur Emissionsdaten von seinen unmittelbaren Lieferanten und von seinen eigenen Betrieben, um die Kohlenstoffintensität seiner Verkaufsprodukte zuzuordnen. Die daraus resultierenden Daten über den Kohlenstoffausstoß der erzeugten Produkte gibt das Unter­nehmen an seine unmittelbaren Kunden weiter, die dieselben Berechnungen für ihre eingekauften Vorleistungen und ihre eigenen Betriebs­abläufe durchführen.

Im Gegensatz zu den bisher überwiegend genutzten hierarchischen top-down Berechnungen versucht das Unter­nehmen also nicht selbst die Emissionen aller anderen Unter­nehmen in seiner Lieferkette zu schätzen, sondern jedes Unter­nehmen innerhalb der Lieferkette bringt selbst die benötigten Daten ein, um so die aktuellen Defizite bei der Messung und Reduzierung von Kohlenstoffemissionen in komplexen Lieferketten zu beheben.

Am Beispiel zweier Unter­nehmen (Giti Tire Group (Sitz in Singaour), eines der größten Reifen­unter­nehmen der Welt und Heidelberg Materials (HM), einer der weltweit führenden Zementhersteller) wird aufgezeigt, wie globale Unter­nehmen, die sich frühzeitig für die Einführung des Systems entschieden haben, Informationen über den Kohlenstoffausstoß von Zulieferern und ihren eigenen Betrieben eingeholt und genutzt haben, um ihre eigene Kohlenstoffbilanz zu verbessern und ihren Kunden die Möglichkeit zu geben, ihre eigene zu verbessern.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

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