Stockpicking ist eine Verlierer­strategie

Warum ist es so schwierig, den Aktien­markt durch gezielte Aktienauswahl zu übertreffen? Unter­suchungen zeigen, dass selbst Profis den Markt langfristig nur selten übertreffen. Angesichts der Grenzen der Aktienauswahl und des Market Timings sowie der Rolle von Zufall und Können erweist sich eine diversifizierte und geduldige Anlage­strategie häufig als der erfolgreichere Ansatz.

Zufall statt Talent

Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Weber erklärt in einem Interview mit SPIEGEL Plus, dass der Erfolg von Aktien immer erst im Nachhinein erkennbar ist und dass viele Studien belegen, dass Stockpicking auf lange Sicht keine höheren Renditen bringt. Auch legendäre Investoren wie Warren Buffett seien auf lange Sicht keine sicheren Gewinner. Weber sieht den Erfolg vieler Fondsmanager als Zufall, nicht als Talent. Der Kapital­markt sei heute so effizient, dass Profis fast in Echtzeit auf neue Informationen reagieren, während Privatanleger oft hinterherhinken.

Markt timing funktioniert nicht

Eine der größten Herausforderungen für Anleger ist das sogenannte Market Timing – der Versuch, den perfekten Zeitpunkt für den Kauf oder Verkauf von Aktien zu finden. Weber warnt vor dieser Strategie: Niemand kann vorhersagen, wann der Markt steigt oder fällt. Ein Beispiel aus seiner eigenen Erfahrung zeigte, wie sein Freund während der Finanz­krise 2008 versuchte, auf fallende Kurse zu warten – was sich als Fehler herausstellte, da die Kurse schnell wieder stiegen.

Bessere Strategie: Diversifikation und Geduld

Prof. Webers Empfehlung für Anleger ist eine breit diversifizierte Anlage­strategie – etwa 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen. Er rät auch von speziellen Dividenden­strategien ab und empfiehlt breitere Indexfonds, die nach dem Bruttoinlandsprodukt gewichtet sind.

Geduld zahlt sich aus

Abschließend betonte Weber, dass langfristige Geduld und eine diversifizierte Anlage­strategie am erfolgversprechendsten sind. Trotz Schwankungen steigt der Aktien­markt langfristig im Durchschnitt um sieben Prozent pro Jahr.

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