Internationales Steuerrecht braucht mehr Einfachheit

Die Besteuerung multinationaler Unternehmen ist in den vergangenen Jahren deutlich komplexer geworden. Neue Regelwerke wie die EU-Anti-Steuervermeidungs-Richtlinie (ATAD), Maßnahmen gegen Steueroasen und seit 2024 die globale Mindeststeuer sollen aggressive Steuerplanung begrenzen. In der Praxis entsteht jedoch ein immer dichteres Netz an Vorschriften.
In einem aktuellen Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erläutert PRof. Dr. Christoph Spengel zusammen mit Doktorandin Sophia Wickel, warum das bestehende System dringend überprüft werden sollte. Grundlage ist eine gemeinsame Studie der Universität Mannheim, des ZEW Mannheim und EY zur Umsetzung der Regelungen in allen 27 EU-Mitgliedstaaten.
Das Ergebnis: Trotz gemeinsamer Mindeststandards unterscheiden sich die nationalen Regelungen erheblich. Für international tätige Unternehmen führt das zu hoher Komplexität, Doppelregulierungen und steigenden Compliance-Kosten.
Besonders kritisch bewertet der Beitrag die globale Mindeststeuer. Sie verursacht erheblichen administrativen Aufwand, während die zusätzlichen Steuereinnahmen vergleichsweise gering ausfallen.
Fazit des Beitrags: Europa braucht ein einfacheres, kohärenteres und international wettbewerbsfähiges Steuersystem. Nur so lassen sich Fairness, Effizienz und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit sinnvoll verbinden.
Den gesamten Gastbeitrag von Prof. Spengel (Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftliche Steuerlehre II) und Sophia Wickel (Doktorandin an der Universität Mannheim und wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZEW) finden Sie hier (hinter einer Paywall).