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Mannheimer Forschung auf Knowledge@Wharton vorgestellt: Wie Banken zu Treibern des Klimaschutzes werden können

Eine aktuelle Studie von Prof. Dr. Jannis Bischof und den Doktoranden Vincent Giese und Gerrit von Zedlitz wurde auf Knowledge@Wharton vorgestellt. Knowledge@Wharton ist eine bekannten Plattform der Wharton School, die akademische Forschung in praktische Er­kenntnisse für Politik und Wirtschaft umsetzt. Der Artikel beschreibt, wie Finanz­regulierung ein nachhaltigeres Wirtschafts­verhalten fördern kann.

Forschung zum Klimabewusstsein im Bankensektor

Die Studie mit dem Titel „Trans­parency and Real Effects of Climate Stress Tests for Banks“wurde von Wharton-Professor Luzi Hail zusammen mit dem Mannheimer Forscher Prof. Dr. Jannis Bischof, Lehr­stuhl­inhaber für Allgemeine Betriebs­wirtschafts­lehre und Rechnungs­wesen, und den Mannheimer Doktoranden Vincent Giese und Gerrit von Zedlitz durchgeführt. Studie unter­sucht, inwiefern die von den Aufsichtsbehörden auferlegten Klimastresstests die Bericht­erstattung, das Risiko­management und die Kreditvergabe europäischer Banken beeinflussen.

Anhand von Daten von 230 bedeutenden europäischen Banken zwischen 2017 und 2022 unter­suchen die Autoren, ob die systematische Erfassung und Bericht­erstattung von Klimarisiken tatsächlich Verhaltensänderungen bei den Banken bewirkt und ob diese Veränderungen auch Unter­nehmen betreffen, die auf Bankfinanzierungen angewiesen sind.

Drei wichtige Er­kenntnisse aus der Studie

Der Artikel von Knowledge@Wharton hebt drei zentrale Er­kenntnisse aus der Studie hervor. Erstens zeigen die Daten, dass Klimastresstests die Trans­parenz erhöhen, allerdings nicht bei allen Banken gleich­ermaßen. Banken, die bereits seit längerer Zeit im Bereich Klimafragen aktiv sind, nutzen diese Stresstests offenbar, um ihre Bericht­erstattung zu Klimarisiken zu verbessern.

Zweitens scheinen diese sogenannten Committed Banks ihre Kredit- und Investitions­politik anzupassen. Wenn Kreditnehmer höheren Über­gangs­risiken ausgesetzt sind, setzen diese Banken strengere Finanzierungs­bedingungen durch und schränken Investitionen in Aktivitäten, die den Über­gang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft erschweren, ein.

Drittens zeigt die Studie, dass diese Entscheidungen tatsächliche Folgen für Unter­nehmen haben. Firmen, die hohen klimabezogenen Risiken ausgesetzt sind, neigen dazu, ihre Gesamt- und Langzeitkredite zu verringern verzeichnen geringeren Wachstum bei Anlagevermögen und Umsatz. Dies zeigt, wie Finanz­regulierung indirekt Investitions­entscheidungen in der Wirtschaft beeinflussen kann.

Banken als zentraler Akteur im Klimawandel

Die Aufmerksamkeit von Knowledge@Wharton hebt die zentrale Bedeutung der Studie hervor. Die Ergebnisse belegen, dass Klimastresstests mehr sind als nur Verwaltungs­instrumente; sie können Banken dazu anregen, Klimarisiken in ihre Kernaktivitäten zu integrieren. Zugleich wird deutlich, dass die Effektivität dieser Maßnahmen stark von den Anreizen und dem bestehenden Engagement der Banken abhängt.

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