Kann die Dokumentation der Verrechnungspreise die Gewinnverschiebung einschränken?
Sind Dokumentationsvorschriften die Lösung?
In diesem „Research in a Minute“-Video stellt die Doktorandin Katharina Schmidt ihre Forschung zu einem weit verbreiteten Instrument zur Kontrolle von Verrechnungspreisen vor: besonderen Dokumentationspflichten. Diese Vorschriften verlangen von Unternehmen, dass sie festhalten, wie sie interne Preise festlegen, und nachweisen, dass diese Preise „marktüblich“ sind, das heißt, dass unabhängige Parteien einen ähnlichen Preis wählen würden.
Erkenntnisse aus einer Reform in Frankreich
Die Studie nutzt eine Änderung der Dokumentationspflichten in Frankreich. Auf den ersten Blick scheint die Maßnahme zu funktionieren: Unternehmen, die der Dokumentationspflicht unterliegen, berichten deutlich seltener niedrige Gewinne. Dies deutet darauf hin, dass die Gewinnverlagerung über Verrechnungspreise tatsächlich eingedämmt wird.
Ein weniger sichtbarer Trade-Off
Die Reform führt jedoch auch zu unbeabsichtigten Auswirkungen. Da die Dokumentation die Compliance-Kosten erhöht, reduzieren die betroffenen Unternehmen ihre Investitionen. Dieser Rückgang ist nicht nur in Frankreich zu beobachten, sondern auch an den Standorten ausländischer Unternehmen, insbesondere in Niedrigsteuerländern.
Implikationen für die internationale Steuerpolitik
Die Botschaft für politische Entscheidungsträger*innen ist nuanciert: Während die Dokumentation von Verrechnungspreisen die Gewinnverlagerung reduzieren kann, kann sie sich auch negativ auf Investitionen auswirken. Insgesamt bietet diese Studie wichtige Erkenntnisse für die breitere Diskussion darüber, wie ein internationales Steuersystem gestaltet werden kann, das Fairness und wirtschaftliche Effizienz in Einklang bringt.
👉 Sehen Sie sich das Video „Research in a Minute“ an, um die wichtigsten Erkenntnisse der Studie in nur einer Minute zu erfahren.
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