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Asiens KI-Forschung und globale Gesundheit – Ein Beitrag von Leo Schmallenbach und Marc Lerchenmüller in Open Access Government

Künstliche Intelligenz (KI) verändert das Gesundheits­wesen rasant. Von der Analyse von Patientendaten für bessere Diagnosen bis hin zur Optimierung klinischer Studien: KI beschleunigt Innovationen in der medizinischen Praxis.

Der weltweite Markt­wert von KI im Gesundheits­wesen wird laut einem Bericht in The Economist bis 2027 voraussichtlich auf 34,5 Milliarden Dollar steigen – eine Verachtfach­ung gegenüber 2020. 

In einem Beitrag für Open Access Government zeigen Prof. Dr. Marc J. Lerchenmüller, Assistant Professor für Technologische Innovation & Management Science, und Dr.Leo Schmallenbach, Habilitand am Lehr­stuhl für Organisation und Innovation, dass Asien sich zu einer globalen Großmacht in der KI-Forschung im Bereich der Lebens­wissenschaften entwickelt hat. 

China als treibende Kraft 

Zwischen 2000 und 2022 entfiel mehr als die Hälfte aller asiatischen Publikationen in diesem Bereich auf China. Im Jahr 2020 übertraf das Land erstmals die Vereinigten Staaten beim jährlichen Forschungs­output. Zusammen sind China und die USA für etwa 44 % aller weltweiten Publikationen über KI in den Lebens­wissenschaften verantwortlich. 

Diese starke Position ist unter anderem das Ergebnis umfangreicher Investitionen in KI-Forschung und -Infrastruktur, dar­unter Chinas Ziel, bis 2030 weltweit führend in der KI-Innovation zu sein. 

Wirkung erfordert internationale Zusammenarbeit 

Die Studie zeigt jedoch auch einen wichtigen Punkt auf. Auf der Grundlage einer Analyse von fast 400.000 Publikationen und 14,5 Millionen Zitaten kommen die Autoren zu dem Schluss, dass internationale Zusammenarbeit zu mehr Wirkung führt. 

Studien mit internationalen Co-Autoren: 

  • erhalten durchschnittlich 21 % mehr Zitate,
  • werden häufiger in führenden Zeitschriften veröffentlicht
  • und haben daher einen größeren Einfluss auf die wissenschaft­liche und klinische Praxis. 

Auffällig ist, dass nur 16 % der asiatischen Publikationen internationale Co-Autoren haben, was weniger ist als in Europa und anderen Regionen. Genau hier liegt also eine wichtige Chance, den weltweiten Einfluss der asiatischen KI-Forschung weiter zu vergrößern. 

Zusammenarbeit für eine bessere globale Gesundheits­versorgung 

KI-Lösungen im Gesundheits­wesen müssen auf verschiedene Bevölkerungs­gruppen und Gesundheits­systeme abgestimmt sein. Ohne internationalen Wissensaustausch besteht die Gefahr, dass Innovationen lokale Kontexte nicht ausreichend berücksichtigen und Ungleich­heiten verstärken. 

Die Schlussfolgerung ist klar: Asien spielt eine führende Rolle in der KI-Forschung in den Lebens­wissenschaften. Um das Potenzial der KI weltweit auszuschöpfen, ist jedoch internationale Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung

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